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15.01.2012, 14:36 Uhr Übersicht | Drucken
Regierungspräsident Dr. Witteck: Mehr Windenergie auch im Vogelsberg und „streitiger Dialog“ um Zukunft des ländlichen Raumes
CDU-Neujahrsempfang in Lauterbach

LAUTERBACH. Grundsätzliche Ausführungen zum Neuen Jahr, aber auch viele konkrete Schritte zur Zukunft des ländlichen Raumes standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges der Lauterbacher CDU, bei dem der Gießener Regierungspräsident Dr. Lars Witteck der Gastredner war. „Wenn wir ehrlich zu uns sind, stellen wir fest: Es geht uns gut“, hob Witteck anhand der Wirtschaftsdaten und der Arbeitslosenzahlen zu Beginn seiner Rede vor Vertretern heimischer Vereine, Behörden und Firmen sowie der örtlichen Union und benachbarter CDU-Verbände hervor.



Regierungspräsident Dr. Lars Witteck beim CDU-Neujahrsempfang in Lauterbach
 
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Apel konnte zuvor neben Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, Erstem Stadtrat Horst Hennenberg und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Pietsch (alle CDU) auch Unions-Fraktionschef Dr. Jens Mischak begrüßen, der die Aufgaben in den kommenden vier Jahren der Kommunalpolitik in der Kreisstadt beschrieb. „Wir werden jetzt bei den Haushaltsberatungen sehen, ob die neue Diskussionskultur im Stadtparlament trägt“, betonte Mischak. Er erinnerte daran, dass es im Rathaus bei 13 CDU-, 11 SPD-, 6 Grünen-, 3 FDP- und 2 FW- Stadtverordneten sowie insgesamt drei einzelnen Abgeordneten keine klaren Mehrheiten gäbe.

Deutschland sei gut durch die Krise gekommen, gleichwohl werde der ländliche Raum – wie etwa in Mittelhessen – am demografischen Wandel zu leiden haben, stellte Dr. Witteck fest „Wir können hier nicht die gleichen Löhne zahlen, wie im Rhein-Main-Ballungsraum“. Daher bestehe die Gefahr, dass noch weiter Fachkräfte in die Metropolregion wegzögen und die Dagebliebenen nur noch Zulieferer für Frankfurt wären. Letztlich blute der mittel- und nordhessische Raum aus, wenn man nicht Strategien verabrede, dem entgegenzuwirken, betonte der 37jährige Jurist. Auch hätten die Infrastruktur dann die wenigen Verbliebenen zu zahlen.

So müsse es einen „streitigen Dialog“ zwischen dem Rhein-Main-Ballungsraum über den Ausgleich von Nachteilen für den ländlichen Raum geben, wünschte sich der CDU-Politiker. Die zwei Universitäten in Gießen und Marburg, die Hochschulen in Friedberg oder auch im benachbarten Fulda seien hervorragende Ausgangspunkte für die Zukunft des Nicht-Ballungsraumes. Der Ausbau der Schiene und der Straße sei zwingend für gute Anschlüsse untereinander und an andere Regionen („Die Schließung des Bahnhofes Wallenrod an der Strecke Fulda-Gießen bewirkt leider das Gegenteil“) und auch die Telearbeit bei Firmen und (Landes-) Behörden für die Arbeit von zu Hause aus müsse massiv ausgebaut werden, forderte der Leiter der Gießener Mittelbehörde. Die strengen Regeln des Denkmalschutzes verhinderten oft die „Innenentwicklung“ alter Ortskerne, eine Aufgabe der Landesverwaltung für die die Regierungspräsidien allerdings nicht zuständig sind.

Von seiner Partei wünschte sich Witteck einen klaren Kompass, der im Moment ein wenig fehle. Die Grünen würden von der Verstädterung der Gesellschaft profitieren, denn die Grünen sprächen die sozial abgesicherten und gutsituierten Bürger an. Diese Partei stelle sich oft an die Spitze der Bewegung von „Wutbürgern“, obwohl diese sich gar nicht für die schweigende Mehrheit sondern eher für ihre Eigeninteressen einsetzten.

Für die im beschlossene „Energiewende“ in Hessen werde der ländliche Raum die Hauptlast tragen, sagte Witteck, der auch für die Regionalplanung im mit Windkraftanlagen gut bestückten Vogelsbergkreis zuständig ist. Der Großteil der Windkraftanlagen in Mittelhessen stünde zwar schon im Vogelsbergkreis, gleichwohl sei dies aber erst 0,9 Prozent der Kreisfläche und „zwei Prozent sind beschlossen“. Da man auf der Frankfurter Zeil kaum Windräder aufstellen könnte, seien jetzt auch die Regionen am Zuge, die sich solche Formen der Energieerzeugung bislang nicht vorstellen konnten.

 
Leidenschaftliches Plädoyer für den ländlichen Raum: Regierungspräsident Dr. Lars Witteck beim Neujahrsempfang der CDU in Lauterbach.


Lauterbachs CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Jens Mischak. 


Freuen sich über den Besuch des Regierungspräsidenten: Lauterbachs JU-Spitze mit (v.l.) Stadtverbandsvorsitzendem Manuel Lenhardt, Kreisvorstandsmitglied Jennifer Gieseler und JU-Kreisvorsitzender Felix Wohlfahrt
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